Schule im Schloss Unterschüpf - ehemals Sprachheilschule Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum - Förderschwerpunkt Sprache
Schule im Schloss Unterschüpf                                           - ehemals SprachheilschuleSonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum - Förderschwerpunkt Sprache

 

Ein ganz normaler Schultag im Unterschüpfer Schloss 

 

Bewusste Verzahnung von Arbeit und Freizeit

 

Ein besonderes Ambiente für eine besondere Bildungseinrichtung: Die Spracheilschule ist im Wasserschloss in Unterschüpf beheimatet. Mehr als 60 Grundschulkinder werden dort unterrichtet.

 

 "Also lautet ein Beschluss, dass der Mensch was lernen muss. Nicht allein das ABC bringt den Menschen in die Höh'; auch im Schreiben und im Lesen übt sich ein vernünftig Wesen" - frei nach Wilhelm Busch.

 

Was aber, wenn Kinder bereits schon im Vorschulalter aufgrund sprachlicher Probleme - beispielsweise durch eine Verzögerung der Sprachentwicklung oder Störungen in der Laut- oder Grammatikentwicklung - in ihrer Lernentwicklung so beeinträchtigt sind, dass ein individualisierter und sonderpädagogisch ausgerichteter Unterricht angezeigt ist? Dann gibt es eine ganz besondere Schule. Eine Schule, welche der Bevölkerung meist als "Sprachheilschule" bekannt ist. Auch der Main-Tauber-Kreis hat eine solche Bildungseinrichtung die den Spagat zwischen Sonderpädagogik und Grundschulbildungsplan schlägt. Die Schule im ehemaligen Wasserschloss in Unterschüpf leistet seit über30 Jahren erfolgreich diese Arbeit.

Sicherlich hat heute Lehrer Lämpel an allen Schulen ausgedient; doch was den Besucher der Sprachheilschule erwartet, überrascht sehr. Der Blick auf einen Tag an der Sprachheilschule zeigt das.

 

Wo früher Knappen, Ritter und Ritterfräuleins hoch zu Ross ins Schloss einritten, steigen heute mehr als 60 Grundschulkinder des gesamten Main-Tauber-Kreises aus neun Kleinbussen aus. Bis sich Fritz und Friderike mit Hausschuhen in den Klassenräumen eingerichtet haben, werden noch Naturtische betrachtet, Spiele ausprobiert und Sonderpräsentationen anderer Klassen im Arkadengang inspiziert. Um 8.20 Uhr kann der Unterricht beginnen. Auf das Klingeln der Schulglocke wartet man aber vergebens. In aller Ruhe bereiten sich die Kinder auf den ersten Unterrichtsblock vor. Auf dem Gang hört man nach und nach Begrüßungslieder oder auch Sprechverse. Der darauffolgende Morgenkreis hilft den Kindern, den Tag besser überschauen zu können und gleichzeitig das "Ankommen" in der Schule zu erleichtern.

 

Befragt man die Lehrer der Sprachheilschule nach dem "besonderen Unterricht", so erhält man als Antwort, dass der Fokus auf vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten liegt, so dass Interaktion und Teilhabe ermöglicht werden können. Dazu gehören auch spezielle Sprachförderangebote. Gerade begibt sich eine Lehrerin mit Louis und Sandra in einen separaten Therapieraum, um mit ihnen anhand von Bildkarten schwierige Lautverbindungen zu festigen. Dieser zusätzliche sprachtherapeutische Unterricht unterstützt die Kinder im Erlernen einer altersgemäßen Sprache.

Zeitgleich wiederholt die Co-Lehrerin mit den übrigen Kindern der Klasse die Laut-Buchstaben-Zuordnung. Aber auch innerhalb des Unterrichts werden sprachtherapeutische Elemente umgesetzt. Macht der Lehrer beispielsweise für den Laut /k/ die entsprechende Lautgebärde, gelingt es Johanna immer besser diesen Laut korrekt auszusprechen.

 

Nach und nach finden so die Kinder, die schon früh auch Erfahrungen der Ausgrenzung gemacht haben, zu mehr Selbstbewusstsein und Gemeinschaftssinn. Durch die individuelle Förderung der beeinträchtigten Kinder gelingt es zunehmend, diese an die geforderten Kompetenzen der Grundschulbildungspläne heranzuführen. Ein eigener Plan der "Sonderschulen für Sprachbehinderte" gibt zusammen mit dem vom Kollegium erstellten Schulcurriculum die nötigen Freiräume.

 

Ausgehend vom einzelnen Kind hat man an der Sprachheilschule eine ganzheitliche Pädagogik entwickelt, die moderne Lernformen integriert. Gemeinsames Erarbeiten, Gruppen-, Partner- und Einzelarbeitsphasen wechseln sich ab. Wer etwas mehr Zeit benötigt, erhält diese. Wer zur Erarbeitung, etwa des Tausenderraums in Mathe, noch mehr Anschauungsmaterial braucht, holt sich die Montessori-Perlen. Die Kinder kennen diese individualisierten Lernformen und genießen die Abwechslung. Wer den "Ernst der Arbeit" vermissen lässt - auch das soll hin und wieder vorkommen! - wird notfalls von der Lehrerin zum Lernen zurückgeführt.

 

Nach einer abwechslungsreiche Doppelstunde erstmal gemeinsam ein Frühstück einnehmen. Selbstverständlich übernehmen die Kinder Dienste wie Getränkeamt, Spülen und Einräumen eigenständig. Nur der schmächtige Victor braucht dabei die Unterstützung seines großen Paten aus der4. Klasse, wenn er den Sixpack Sprudel bei Frau Kinzel in der Küche abholen möchte.

 

Das Frühstück ist beendet; schon wird es laut im Treppenhaus: Einige Kinder drängen in einen kleinen Raum, um eines des heiß begehrten Bücher der Schülerbücherei auszuleihen. Andere stürmen lieber sofort auf den großräumigen Spielplatz mit seinem Fußballfeld, den Kletterlandschaften und der Riesenrutsche. Die Aufsichtführende Lehrerin hat gerade ein Schwingseil in der Hand und mit einem lustigen Sprechvers versuchen die Kinder möglichst lange zu hüpfen, ohne hängen zu bleiben. Auch diese "Freizeit" wird als Kommunikations- und Erprobungsfeld von den Lehrern wahrgenommen.

 

Nach der Pause mischen sich unter die Kleinen noch Kleinere. An der Hand von Mama, Papa oder Oma kommen Drei- und Vierjährige in die Schule. Sie gehören zur PIEPS-Gruppe. Mit dem Unterschüpfer Kinder- und Elternkurs "Spielen und Sprechen", einem kombinierten Frühförderangebot für sprachauffällige Kindergartenkinder und ihre Eltern, geht man neue Wege: Zusammen mit dem Vogel Pieps und zwei Sonderpädagogen der Beratungsstelle werden die Kinder in einer Gruppenförderung sprachtherapeutisch betreut, während eine weitere Pädagogin im Elternkurs die Erwachsenen zu sprachförderndem Verhalten daheim anleitet.

 

Kaum ist der Pieps-Kurs zu Ende, wuselt es erneut auf den Gängen der Sprachheilschule. Jeder Schüler sucht das Zimmer, in dem sich "seine" Arbeitsgemeinschaft trifft. Gemäß dem Anspruch, Kommunikation zu ermöglichen und dabei die Stärken der Einzelnen zu nutzen, finden sich die Kinder in verschiedenen, angeleiteten AGs wie Schach, Tonen, Jonglieren, Mundharmonika und Papierwerkstatt zusammen. Stolz werden die Werkstücke hinterher gezeigt oder ein Mundharmonika-Solo im nächsten "Offenen Singen" angekündigt. Doch bis zu diesem "Event" in der letzten Stunde am Freitag, bei dem sich die gesamte Schule trifft, singt und musiziert, sind es ja noch einige schweißtreibende Schulstunden hin....

Nach dem Mittagessen sowie einer ausgiebigen Spiel- und Spaßzeit auf dem Pausenhof beginnt der Nachmittagsunterricht. Die Kleinen malen, basteln, singen, turnen oder hören eine Geschichte, die Großen machen Hausaufgaben oder festigen ihr am Morgen erworbenen Wissen in verschiedenen Übungsformen. Pünktlich um15.00 Uhr fahren die Kleinbusse die Kinder wieder nach Hause.

 

So ein "Ganztag" an der Sprachheilschule ist recht lang. Sowohl Erst-, als auch Viertklässler verbringen heute acht Schulstunden in ihrer Schule. Doch die bewusste Verzahnung von Arbeit und Freizeit hilft dabei und führt zu ausgeglichenen Kindern, die viel lernen. Sie lernen zudem auch, an ihrem Handicap zu wachsen und mit ihm zu leben.

 

nach: http://www.fnweb.de/region/main-tauber/wertheim-freudenberg-kulsheim-kreuzwertheim/bewusste-verzahnung-von-arbeit-und-freizeit-1.621781

Aktuelle Informationen und Links

Elternbrief Nr. 1 vom 22.09.2017 hier.

 

Den Ferienplan für das aktuelle Schuljahr 2017/2018 finden Sie hier.

 

Bei herrlichem Herbstwetter haben wir unsere diesjährige Kartoffelwanderung durchgeführt. Hier geht es zu den Fotos.

 

Die ersten Klassen haben im Rahmen des Apfelprojektes mit Herrn Weid-Schenk Apfelsaft gepresst.         Fotos hier im geschützten Elternbereich.

 

Fotos von der Einschulungsfeier am 14.9.2017 gibt es im passwortgeschützten Elternbereich.

 

Fotos von der Schulfreizeit 2017 finden sich hier im geschützten Elternbereich. Es war super in Strümpfelbrunn!

 

Am 30.6.2017 liefen unsere Schüler im Rahmen eines Spendenlaufes wieder Gelder für das Projekt "Dein Tag für Afrika" ein.

Einige Impressionen hier.

 

Hier können Sie sich die Ergebnisse zum Schwerpunkt "Leistungs erwartung, -feststellung und -kommunikation an unserer Schule" herunterladen

 

Unser Speiseplan ist nun mit der Allergen-Kennzeichnung versehen.

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