Schule im Schloss Unterschüpf - ehemals Sprachheilschule Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum - Förderschwerpunkt Sprache
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Landartprojekt "Der Kräuterdieb" von Peter Glaser

Der Märchenerzähler Peter Glaser (www.maerchenkiste-peter-glaser.de) hat uns als Landartprojekt das Märchen "Der Kräuterdieb" geschrieben.

Das Märchen beinhaltet Landartaufgaben (Gestaltungsaufgaben), die von euch Kindern eindrucksvoll gelöst wurden.

Fotos dazu am Ende des Märchens.

 

 

 

Der Kräuterdieb

In einer Stadt  lebte einmal ein Kaufmann der hatte drei Söhne. Der älteste hieß Peter, der zweite Paul und der dritte und jüngste hieß Johannes. Weil der  Johannes aber etwas langsamer dachte und handelte als seine Brüder, hielten der Vater und die Brüder ihn für einen Dümmling.

Nun hatte der Vater einen Garten, und in dem hegte er besonders ein Kräuterbeet, denn er wusste, wie wichtig es war, bestimmte Kräuter zu essen. Als er aber eines Morgens in den Garten kam, siehe, da war ein Stück von den Kräutern abgegrast.

Der Vater wurde sehr zornig.

Dann befahl er seinem ältesten Sohn, dem Peter, in der Nacht Wache zu halten. Peter nahm starke Stricke und scharf geschliffene Säbel mit in den Garten. Doch als es zehn Uhr schlug, da war der Peter tief eingeschlafen und am nächsten Morgen war ein weiteres Stück von den Kräutern abgegrast.

Der Vater schimpfte seinen Ältesten als Schlafmütze und befahl seinem zweiten Sohn, dem Paul, Wache zu halten. Paul nahm nicht nur starke Stricke und Säbel mit.  Er nahm außerdem noch ein paar geladene Pistolen mit in den Garten. Doch als es elf Uhr schlug, war auch der Paul tief eingeschlafen und schnarchte, dass man es rundum hören konnte. Und als er am Morgen gähnend aufwachte, da war ein weiteres Stück von den Kräutern abgegrast.

Jetzt aber geriet der Vater in einen großen Zorn, und er rief: „Ach, wenn heute Johannes, der Dümmling, die Wache hält, der schläft mir ja am helllichten Tag schon ein, da brauch' ich ja von den Kräutern überhaupt nichts mehr ernten."

Der Johannes war sehr traurig, als er hörte, was sein Vater sagte. Er setzte sich still in eine Ecke, machte die Augen zu und dachte nach. Ja, und wenn einer so richtig nachdenkt, dann kommen manchmal gute Ideen in den Sinn.

Johannes nahm nur einen ganz leichten Strick mit in den Garten, außerdem aber auch Dornen und Disteln die er im Schoß hielt. Und so oft er müde wurde, fiel sein Kopf auf die Dornen und Disteln. Die Stacheln piekten  ihn, als würde er mit einem Igel schmusen….und er wurde gleich wieder wach.

Und siehe, als es Mitternacht schlug, da ertönte plötzlich ein Klingeln. Es war, als ob hundert silberne Glocken läuten würden. Und in den Garten herein kam ein kleines silberweißes Pferdchen gesprungen, das sprang in das Kräuterbeet und fing dort an zu grasen.

Da schlich sich Johannes hinzu, fing das Pferdchen mit seinem leichten Strick. Kaum hatte er das Pferdchen gefangen, da sprach es mit ganz sanfter Stimme zu ihm: „ Ich habe auf dich gewartet. Als ich hörte, dass dich alle für dumm hielten, da habe ich beschlossen, dir zu helfen.“

Johannes setzte sich auf das Zauberpferd, ritt nach Hause, wo er sofort einschlief.

Am Morgen kam der Vater und die Brüder zogen ihm mit einem Ruck die Bettdecke weg und verspotteten ihn  als Dummkopf und Schlafmütze.

 

 

Als er von seinem nächtlichen Erlebnis erzählte, da lachten ihn alle aus…. Johannes aber führte sie in den Stall, zeigte das Zauberpferd und dann aufs Feld wo alle Kräuter in den Beeten standen, als hätte sie nie jemand gefressen.

Es tat dem Vater nun Leid, dass er seinen Sohn für einen Dummkopf gehalten hatte. Er entschuldigte sich und überließ ihm gerne das Zauberpferd, das nun  alle Kräuterdieb nannten.

Bald darauf aber, da ging eine Kunde durch alle Lande, dass oben auf der Spitze des gläsernen Berges eine verwunschene Prinzessin wohne, und die warte auf ihre Erlösung.

Ihr Erlöser, müsse bis zur Spitze des Berges reiten, müsste dort drei Mal das Schloss der Prinzessin umreiten und dann sei diese erlöst, sie würde ihrem Erlöser die Hand reichen und ihn zum Manne nehmen. Allerdings mussten unterwegs noch einige schwierige Aufgaben gelöst werden.

Man müsse im Dorf der Zwerge einen Drachen vertreiben und einige Tage bei den Zwergen wohnen und arbeiten.

Mitten in einem dunklen Wald, befand sich ein großer, unübersichtlicher Irrgarten. Mit verbundenen Augen würde man dort hinein geführt und müsse alleine herausfinden.

Auf einem alten Turm gäbe es ein großes Vogelnest. In dem würde der Schlüssel zum Schloss liegen

Über einen reißenden Fluss musste man entweder schwimmen oder mit viel Geschick von Stein zu Stein springen oder nach einer anderen Möglichkeit suchen.

Nun hatten die ganzen Jahre zuvor viele Prinzen, Grafen und Ritter immer wieder versucht, die Spitze des gläsernen Berges zu erreiten, aber alle waren an den Aufgaben gescheitert. Die drei Brüder sattelten ihre Pferde.

Der Peter und der Paul, die ließen sich starke Pferde beschlagen, und sie legten sich glänzende Rüstungen an. Der Johannes aber, der sattelte sich seinen kleinen Kräuterdieb und bekleidete sich nur mit einem Wollkittel.  Als sie zum gläsernen Berg gekommen waren, da gab zuerst der Peter seinem Pferd die Sporen. Aber ach, das starke Pferd des Peter kam bloß ein kleines Stück weiter und dann glitt es ab, stürzte mit ihm in die Tiefe, und der Peter fiel in einen tiefen Schlaf.

Da gab der Paul seinem Pferd die Sporen, sein Pferd kam zwar etwas höher, aber auch sein Pferd glitt ab, stürzte mit ihm in die Tiefe, und auch der Paul schlief auf der Stelle ein.

Nun gab der Johannes dem Kräuterdieb ganz leicht die Sporen, und der Kräuterdieb, der ritt in einem Zug bis zum Zwergendorf, das am gläsernen Berg in einem Wald lag. „ Leider darf ich dir bei deinen Aufgaben nicht helfen „ sagte der Kräuterdieb. „ Aber ich warte am anderen Flussufer auf dich „ und dann flog das Pferdchen lautlos davon.

Kaum war Johannes im Dorf der Zwerge angekommen, da sah er, wie alle Zwerge hastig davonrannten um sich zu verstecken. Er hörte, dass jeden Tag um diese Zeit ein riesiger Drache ins Dorf käme um alle Lebensmittel, die er erreichen konnte zu fressen.

Ob Johannes den Zwergen wohl helfen würde?

 

Johannes hörte sich alles an… dachte lange nach und bat dann die Zwerge sämtliche Spiegel zusammenzutragen und auf den Dorfplatz zu legen. Es sah bald so aus, als wäre der ganze Dorfplatz ein riesiger Spiegel.

Pünktlich flog mit großem Getöse der Drache heran, kreise brüllend über den Dorf und erblickte in den ausgelegten Spiegel sein Spiegelbild. Weil Drachen manchmal etwas dumm sind, glaubte er, da wäre schon ein anderer Drachen gelandet, der ihm die Nahrung streitig machen wollte. Feuerspuckend stürzte er sich auf den vermeintlichen Eindringling und wurde bei dem Aufprall in tausend Teile zerrissen.

Da kamen alle Zwerge zusammen und es wurde ein großes „ Drachen – Vertreibungs – Fest „ gehalten. Und weil er den Zwergen geholfen hatte, versprachen ihm die Zwerge beim Irrgartenlauf zu helfen. Denn ihr müsst wissen, wer anderen hilft, dem wird oft auch geholfen. Was meint ihr, wie man sich denn in so einem Irrgarten zu Recht finden kann?

Da muss man entweder genau aufpassen, wo man hinläuft oder man muss sich seinen Weg kennzeichnen.

Johannes bekam vom Zwergenbürgermeister eine Rolle mit unsichtbarem Faden. Und als er dann mit verbundenen Augen in den Irrgarten geführt wurde, da spulte er mit jedem Schritt den Faden ab und konnte so mit Leichtigkeit wieder zurück finden.

Voller Freude feierten die Zwerge ein Fest, auf dem getanzt und gesungen wurde, dass man es im ganzen Wald hören konnte.

Nun war die Zeit gekommen, sich von den Zwergen zu verabschieden. Sie zeigten ihm den Weg zu einem alten, verfallenen Turm. Dort würde er ein Vogelnest finden, in dem der Schlüssel zum Zauberschloss läge.

Nach einem kurzen Marsch durch den Wald konnte er in der Ferne schon den Turm erkennen. Aber glaubt nur nicht, dass es so einfach war den Schlüssel aus dem Nest zu nehmen. Im Nest saß ein riesiger Vogel, der krächzte, dass einem die Ohren wehtaten. Und als Johannes sich vorsichtig dem Nest näherte, da schlug der Vogel wie wild mit seinen Flügeln und stieß mit seinem spitzen Schnabel nach Johannes

„ Na warte“ murmelte Johannes, „ dir werd ichs zeigen „

Vögel, ob groß oder klein, haben immer Hunger. Sie suchen den ganzen Tag nach Nahrung, picken alles was essbar ist auf und schlingen es herunter. Johannes stellte sich unten an den Turm, direkt neben die alte Holztür, die sich unten am Turm befand.

Dann legte er das Brot, das ihm die Zwerge als Wegzehrung mitgegeben hatten auf den Boden und versteckte sich hinter einem Busch. Ja, und kaum hatte er sich versteckt, da stürzte sich der Flattermann auf die Brotbrocken und schluckte einen nach dem anderen voller Gier herab. Und weil er so gierig war, vergaß er alles um sich herum und hüpfte direkt durch die alte Turmtür, wo die letzten Brotstückchen lagen. Und als gerade noch die Schwanzfedern aus der Tür schauten, da sprang Johannes mit einem Satz hinter dem Busch hervor, schlug die Tür zu und sperrte den Vogel ein. Und während das Federvieh wie verrückt herumschrie, kletterte Johannes in das Nest und nahm den Schlüssel an sich. Als er anschließend den Vogel wieder frei ließ, da stieß er einen solch lauten Schrei aus, dass der Vogel völlig verschreckt im dunklen Turm hocken blieb und vor lauter Angst zitterte.

 

 

Johannes lief weiter und weiter, bis er an einen tosenden Fluss kam, den er überqueren musste.

Ihr alle wisst ja, dass man einen Fluss über eine Brücke oder einen Steg überqueren kann. Was aber macht man, wenn es keine Brücke gibt und schwimmen nicht möglich ist?

Unser Johannes setzte sich erst einmal ins Gras, schaute das tosende Wasser an und dachte darüber nach, wie man einen brückenlosen Fluss überqueren kann. Richtig, da lagen dicke fette Steine im Wasser, über die konnte man mit etwas Geschick springen. Aber leider waren die Steine ein ganzes Stück vom Ufer entfernt. Es schien unmöglich, auf die andere Seite zu kommen.

Aber ihr wisst ja, wenn man denkt, dann findet man auch eine Lösung. Johannes band ein starkes Seil um den mächtigen Ast eines Baumes, der neben dem Fluss stand. Dann hing er sich an das Seil, schaukelte hin und her und mit viel Schwung konnte er auf den ersten großen Stein springen. Der Rest war ein Kinderspiel. Er hüpfte von Stein zu Stein und fand am anderen Ufer den Kräuterdieb, der geduldig auf ihn wartete.

Eins-zwei – drei ritten sie nun auf die Bergspitze zur Schlosstür. Johannes steckte den Schlüssel ins Schloss…..Da öffnete sich die Tür des Schlosses und eine Prinzessin, so schön wie der helle Tag stand darin. Und die sprach zum Kräuterdieb: "Weshalb bist du denn von mir hinweggeritten, so dass ich nicht einmal eine Stunde um Mitternacht zur Erde reiten konnte."

Da merkte Johannes, dass der kleine Kräuterdieb das Zauberpferd der Prinzessin war. Diese aber reichte ihm die Hand, und sie nahm ihn zum Manne, und er lebte glücklich und zufrieden an ihrer Seite.

Der Peter und der Paul sind später wieder zu sich gekommen, aber den Johannes sahen sie nie wieder, denn der lebt jetzt auf der Spitze des gläsernen Berges bei der Prinzessin. Dorthin aber hat seither kein Menschenkind mehr gefunden, denn die Prinzessin ist ja erlöst.

 

 

© Peter Glaser

Aktuelle Informationen und Links

Elternbrief Nr. 1 vom 22.09.2017 hier.

 

Den Ferienplan für das aktuelle Schuljahr 2017/2018 finden Sie hier.

 

Bei herrlichem Herbstwetter haben wir unsere diesjährige Kartoffelwanderung durchgeführt. Hier geht es zu den Fotos.

 

Die ersten Klassen haben im Rahmen des Apfelprojektes mit Herrn Weid-Schenk Apfelsaft gepresst.         Fotos hier im geschützten Elternbereich.

 

Fotos von der Einschulungsfeier am 14.9.2017 gibt es im passwortgeschützten Elternbereich.

 

Fotos von der Schulfreizeit 2017 finden sich hier im geschützten Elternbereich. Es war super in Strümpfelbrunn!

 

Am 30.6.2017 liefen unsere Schüler im Rahmen eines Spendenlaufes wieder Gelder für das Projekt "Dein Tag für Afrika" ein.

Einige Impressionen hier.

 

Hier können Sie sich die Ergebnisse zum Schwerpunkt "Leistungs erwartung, -feststellung und -kommunikation an unserer Schule" herunterladen

 

Unser Speiseplan ist nun mit der Allergen-Kennzeichnung versehen.

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